Jeden Sonntag - ein neues Gedicht





Zitat:

Uralte Zeichen

Bröckelnde Mauern,
eingefriedet
Gehöfte des Schweigens.

Duftende Röschen,
eingewuchert
die Wurzeln der Freude.

Uralte Zeichen,
eingegraben
am Brunnen der Trauer.

Fragendes Auge,
geortet
die Feuer des Hirns.


Hans Chisenus (2006)

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         Wozu Vernunft?

 

         Sie wälz‘ sich nicht im Selbst herum.

In dir ist Tod, der alles endet,

auch die Erinnerung verstummt.

 

Wie Sisyphos mit seinem Stein,

den stets ein  gleiches Wissen wendet:

O Mensch, du wirst nie göttlich sein!

 

Drum wirke, suchend die Natur,

dass sie dir wache Sinne spendet.

Dort findest du des Geistes Spur.

 

So sterblich wirst du heilend sein

und werden, da nicht Gier verschwendet,

was um dich wirft nur leerer Schein.

 

Wenn die Vernunft in dir erwacht

und dich nicht eitles Wesen blendet,

dann sei ein Mensch, du wirst bedacht.

 

Hans Chisenus

 

2007 – erstveröffentlicht.

482. Wochenendgedicht, eingestellt am 22. November 2020




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