Jeden Sonntag - ein neues Gedicht





Zitat:


"Herbstliche Fülle

In zartem Gelb die Birke steht,
in rotem Gold die Lärchen,
wo Blatt um Blatt vom Baum sich dreht.
Es wispert wie im Märchen.

Es ist der Wind, der säuselt
und webt am Silberkleid,
der sich im Spiegel kräuselt
und sanft das Schilfrohr teilt.

Noch einmal zeigt sich alle Pracht,
des Herbstes bunte Fülle,
bis dann in einer kalten Nacht
herabsinkt lange Stille."

Hans Chisenus (2007)

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                Hochsommer

 

         Gleich gold‘nem Korn sind reif Gedanken,

die Seele wogt ins weite Feld;

der rote Mohn den Mittag hält,

im Winde volle Ähren schwanken.

 

Mein Leben fühlt die müde Schwere.

Es brennt der Tag und kühlt die Nacht,

des Himmels blaue Sehnsucht wacht.

Noch süßer wird die wilde Beere.

 

Nun öffnen sich die Scheunentore.

Der Schnitter steht am Weg bereit;

es tagt die helle Erntezeit.

Das hohe Schilf vergilbt im Moore.

 

Der Bauer schaut sich in die Hände,

zum Tische trägt er Brot und Wein:

Kein Gast darf unbewirtet sein!

Die Sonne wandert hin zur Wende.

 

Hans Chisenus

 

2004 – erstveröffentlicht.

475. Wochenendgedicht, eingestellt am 27. September 2020




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