Jeden Sonntag - ein neues Gedicht





Zitat:



"Abendläuten

Wo Leben immer sei,
mein Dasein ist vorbei;
ich kann es nicht mehr fassen.

Wem wird mein Leid zuteil,
wer stiftet mir noch Heil,
ich muss die Erde lassen.

Wie schnell doch alles ging,
wie leicht's am Faden hing,
jüngst konnte ich noch prassen.

Drum sei dir, Mensch, gewiss,
durchs Wollen geht ein Riss:
Lern' lieben und nicht hassen!"

Hans Chisenus (1986)


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                Das Wegkreuz

 

         Wo am Rain das Wegkreuz steht,

ein Laternchen brennt am Pfahl,

schaut der, der vorübergeht,

nach der Wunden blutend Mal.

 

Und er hält den forschen Schritt,

und er denkt sich, was der litt:

Wer verträgt schon solche Not

und wie schändlich war der Tod!

 

Wer bestimmt des Menschen Los,

hängt er elend so und bloß?

Der, der schändet, prahlt in Pracht,

den, der liebt, umschlingt die Nacht.

 

Nein, das gäbe keinen Sinn,

stünde nicht die Botschaft drin,

dass noch aussteht das Gericht,

das das letzte Urteil spricht.

 

Hans Chisenus

 

2007 – erstveröffentlicht.

467. Wochenendgericht, eingestellt am 2. August 2020




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